{"id":4495,"date":"2025-03-21T14:00:09","date_gmt":"2025-03-21T13:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/?p=4495"},"modified":"2025-03-21T14:00:09","modified_gmt":"2025-03-21T13:00:09","slug":"der-wandel-als-konstante-die-neuen-eba-konsultationsentwuerfe-zum-aml-paket","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/der-wandel-als-konstante-die-neuen-eba-konsultationsentwuerfe-zum-aml-paket\/","title":{"rendered":"Der Wandel als Konstante \u2013 Die neuen EBA-Konsultationsentw\u00fcrfe zum AML-Paket"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Abstract:<\/strong> Am 6. M\u00e4rz 2025 ver\u00f6ffentlichte die European Banking Authority (EBA) neue <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/eba-startet-konsultation-zu-regulatory-technical-standards\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konsultationsentw\u00fcrfe zu den technischen Regulierungsstandards (RTS)<\/a> im Rahmen der AML-Verordnung und der 6. EU-Geldw\u00e4scherichtlinie. Diese Entw\u00fcrfe pr\u00e4zisieren die Anforderungen f\u00fcr die Geldw\u00e4schepr\u00e4vention und legen wesentliche regulatorische Ma\u00dfst\u00e4be fest. Der folgende Beitrag beleuchtet die zentralen Inhalte der RTS, analysiert deren Bedeutung f\u00fcr Verpflichtete und gibt einen Ausblick auf die n\u00e4chsten Schritte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Hintergrund und Bedeutung der Konsultationsentw\u00fcrfe<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das AML-Paket der Europ\u00e4ischen Union, bestehend aus der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX%3A32024R1624#art_34\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AML-Verordnung<\/a>, der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX%3A32024L1640&amp;qid=1739914032627\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">6. EU-Geldw\u00e4scherichtlinie<\/a> und der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/reg\/2024\/1620\/oj?eliuri=eli%3Areg%3A2024%3A1620%3Aoj&amp;locale=de#art_12\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AMLA-Verordnung<\/a>, schafft eine neue regulatorische Grundlage zur Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche und Terrorismusfinanzierung. Zentraler Bestandteil dieser Reform ist die Einf\u00fchrung einheitlicher technischer Regulierungsstandards (RTS), die detaillierte Vorgaben zur Umsetzung der rechtlichen Anforderungen festlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die neu gegr\u00fcndete AMLA k\u00fcnftig f\u00fcr die Ausarbeitung dieser Standards zust\u00e4ndig sein wird, hat die Europ\u00e4ische Kommission die EBA <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2024-03\/2d15a537-adaa-49ce-8b2a-54467772dfb6\/CfA%20RTSs_GL%20EBA_fin_rev.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">beauftragt<\/a>, vor\u00fcbergehend die Entwicklung der ersten Entw\u00fcrfe zu \u00fcbernehmen. Die nun ver\u00f6ffentlichten Konsultationsentw\u00fcrfe sind ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer einheitlichen europ\u00e4ischen Geldw\u00e4schepr\u00e4vention.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Die vier neuen EBA-Konsultationsentw\u00fcrfe im Detail<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>a) Bewertung des inh\u00e4renten und Residualrisikos von Verpflichteten (Art. 40 Abs. 2 der 6. EU-Geldw\u00e4scherichtlinie)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zentraler Bestandteil der neuen regulatorischen Rahmenbedingungen ist die risikobasierte \u00dcberwachung von Verpflichteten. Intensit\u00e4t und H\u00e4ufigkeit etwa von \u201eErmittlungen vor Ort\u201c sollen sich am Risikoprofil der Verpflichteten orientieren. Die EBA schl\u00e4gt eine systematische Methodik zur Ermittlung des inh\u00e4renten und des verbleibenden Risikos vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Methodik umfasst detaillierte Datenpunkte, die von den Aufsichtsbeh\u00f6rden zur Bewertung der Sicherheitsma\u00dfnahmen und zur Risikoeinstufung von Verpflichteten herangezogen werden. Ziel ist es, aus den Datenpunkten ein individuelles Risikoprofil jedes Verpflichteten zu erstellen. Vorgesehen ist eine weitgehend automatisierte Ermittlung des Risikoprofils durch die Aufsichtsbeh\u00f6rden. Ein standardisiertes Formular soll dabei helfen, ein konsistentes Bewertungsverfahren in allen Mitgliedstaaten sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte der Entwurf in diesem Punkt Bestand haben, kann dies f\u00fcr Verpflichtete eine willkommene Arbeitshilfe darstellen. So werden etwa explizit die Datenpunkte genannt, die zur Ermittlung der Wirksamkeit der Sicherungsma\u00dfnahmen erfasst werden sollen (s. <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abschnitt B Annex I<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>b) Direkte Beaufsichtigung von Kredit- und Finanzinstituten durch die AMLA (Art. 12 Abs. 7 AMLA-Verordnung)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstmals wird mit der AMLA eine EU-weit t\u00e4tige Aufsichtsbeh\u00f6rde geschaffen, die bestimmte Finanzinstitute direkt beaufsichtigt. Diese Aufgabe kam bisher zwar vereinzelt der EBA zu, allerdings stellte dies keine direkte geldw\u00e4scherechtliche Beaufsichtigung von Verpflichteten dar. 40 Kreditinstituten, Finanzinstituten sowie Gruppen von Kredit- und Finanzinstituten sollen nun zuk\u00fcnftig durch die AMLA unmittelbar beaufsichtigt werden (siehe Art. 5 Abs. 2 AMLA-Verordnung). Die Bestimmung dieser Institute erfolgt risikobasiert und mit Bezug auf den geografischen Rahmen, in dem die Unternehmen gesch\u00e4ftlich t\u00e4tig sind.. Die Auswahl dieser Institute basiert auf zwei wesentlichen Kriterien:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Internationale Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit:<\/strong> Die Finanzinstitute m\u00fcssen in mindestens sechs EU-Mitgliedstaaten \u2013 grenz\u00fcberschreitend oder im Wege einer Zweigniederlassung \u2013 t\u00e4tig sein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Risikoprofil:<\/strong> Die Institute m\u00fcssen als besonders risikobehaftet eingestuft werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Konsultationsentwurf\u00a0 enth\u00e4lt zwei wesentliche Pr\u00e4zisierungen: Erstens schl\u00e4gt die EBA ein Verfahren zur Bestimmung des Risikoprofils der potenziell betroffenen Verpflichteten vor (siehe <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel 2 ff. des Entwurfs<\/a>). Zweitens beinhaltet der Entwurf einen Vorschlag zur Berechnung des Umsatzumfangs bei grenz\u00fcberschreitenden Angeboten (siehe <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel 1 des Entwurfs<\/a>). Demnach gilt ein Angebot in einem Mitgliedstaat als relevant, wenn entweder die Anzahl der betroffenen Kunden 20.000 \u00fcbersteigt oder das Transaktionsvolumen die Schwelle von 50.000.000 EUR \u00fcberschreitet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>c) Pr\u00e4zisierung der Kundensorgfaltspflichten (Art. 28 Abs. 1 AML-Verordnung)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der bedeutendsten \u00c4nderungen f\u00fcr die Verpflichteten im Rahmen des AML-Pakets betrifft die Neuregelung der Kundensorgfaltspflichten, die bislang in den \u00a7\u00a7 10 ff. GwG geregelt sind. In Zukunft werden diese Vorgaben unmittelbar aus der AML-Verordnung abgeleitet, insbesondere aus den Artikeln 24 ff. Ziel dieser Regelung ist vor allem die Vereinheitlichung des KYC-Verfahrens innerhalb der Europ\u00e4ischen Union (siehe Erw\u00e4gungsgrund 52 der AML-Verordnung). Nach Artikel 28 ist vorgesehen, dass die AMLA weitere Konkretisierungen in Form von Regulatory Technical Standards (RTS) entwickelt, die als \u201eRTS CDD\u201c (Customer Due Diligence) bezeichnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufs Ganze betrachtet bringt der Entwurf der EBA nur wenig Neues mit sich. Die <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel 1 bis 4 der RTS CDD<\/a> enthalten Pr\u00e4zisierungen zu den im Rahmen des KYC-Prozesses zu erfassenden Daten. Daraus kann sich gegebenenfalls ein Anpassungsbedarf bei der Speicherung dieser Daten ergeben. Mit den Bestimmungen zur Fernidentifizierung befasst sich <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel 6<\/a>. Dort ist vorgesehen, dass grunds\u00e4tzlich eIDAS-konforme Verfahren zul\u00e4ssig sind, sofern sie ein Schutzniveau von mindestens \u201esubstanziell\u201c gew\u00e4hrleisten (Art. 6 Abs. 1 RTS CDD). Dar\u00fcber hinaus ist auch die Nutzung der eID-Wallet zul\u00e4ssig. Eine detaillierte Liste der erforderlichen Datenpunkte findet sich im Anhang des Entwurfs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch weiterhin erlaubt d\u00fcrfte auch das in Deutschland weit verbreitete Videoidentifizierungsverfahren bleiben, allerdings bleibt der Konsultationsentwurf an dieser Stelle unklar. Alternative Identifizierungsverfahren sollen laut Entwurf nur dann zul\u00e4ssig sein, wenn ein eIDAS-konformes Verfahren nicht verf\u00fcgbar ist oder \u201enicht vern\u00fcnftigerweise erwartet werden kann\u201c (\u201e[\u2026] cannot reasonably be expected to be provided [\u2026]\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die RTS CDD enthalten zudem Regelungen zu den vereinfachten Sorgfaltspflichten gem\u00e4\u00df Artikel 33 der AML-Verordnung. Hier wird festgelegt, welche Mindestdaten bei geringem Risiko einzuholen sind und welche Quellen zur Identifizierung herangezogen werden d\u00fcrfen (<a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artt. 18 ff. RTS CDD<\/a>). Die Erleichterungen f\u00fcr Verpflichtete bei geringem Risiko einer Gesch\u00e4ftsbeziehung sind jedoch unter der AML-Verordnung erheblich eingeschr\u00e4nkt worden. Die RTS CDD tragen hierzu kaum zur Entlastung bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wesentliche Erleichterung sieht der Entwurf jedoch im Umgang mit Bestandskunden vor. Mehrere Verpflichtete und Branchenverb\u00e4nde hatten darauf hingewiesen, dass eine vollst\u00e4ndige Aktualisierung aller KYC-Daten zum Inkrafttreten der AML-Verordnung wirtschaftlich nicht praktikabel sei. Diesem Anliegen wurde Rechnung getragen, indem <a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel 32 Unterabsatz 2 des Konsultationsentwurfs<\/a> eine \u00dcbergangsfrist vorsieht, die sich nach der Risikobewertung der jeweiligen Gesch\u00e4ftsbeziehung richtet. Da der maximale Zeitraum f\u00fcr die Aktualisierung von Kundendaten k\u00fcnftig f\u00fcnf Jahre betr\u00e4gt (Artikel 26 Abs. 2 AML-Verordnung), m\u00fcssen auch die KYC-Daten von Bestandskunden sp\u00e4testens innerhalb dieser Frist auf das durch die AML-Verordnung vorgeschriebene Niveau angehoben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine inhaltlich neue Verpflichtung betrifft die Verbindung der Bereiche Geldw\u00e4sche- und Terrorismusfinanzierungspr\u00e4vention mit der Umsetzung restriktiver Ma\u00dfnahmen. Erstmals schreibt die AML-Verordnung vor, dass Verpflichtete sicherstellen m\u00fcssen, ob ihre Kunden gezielten finanziellen Sanktionen unterliegen. Die RTS CDD konkretisieren hierbei, in welchem Umfang, mit welchen Methoden und zu welchen Zeitpunkten eine \u00dcberpr\u00fcfung auf Sanktionsbetroffenheit erfolgen muss. So soll grunds\u00e4tzlich der Einsatz automatisierter Screening-Systeme erfolgen, wobei in Ausnahmef\u00e4llen auch ein manuelles Screening ausreicht (<a href=\"https:\/\/www.eba.europa.eu\/sites\/default\/files\/2025-03\/9bc83e61-e9a1-4e91-93de-2af8325e0182\/Consultation%20Paper%20on%20Response%20to%20Call%20for%20Advice%20new%20AMLA%20mandates.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Art. 29 lit. a) RTS CDD<\/a>). Diese Neuregelung d\u00fcrfte vor allem f\u00fcr Verpflichtete au\u00dferhalb des Finanzsektors von Bedeutung sein. F\u00fcr Verpflichtete des Finanzsektors bestehen bereits eigene, in der Regel strengere Vorschriften, beispielsweise nach Artikel 5d der SEPA-Verordnung (\u201eInstant Payments Regulation\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unverst\u00e4ndlich bleibt jedoch, dass die EBA bei der Entwicklung der RTS einen \u201eprinzipienorientierten Ansatz\u201c verfolgt. Dies steht im Widerspruch zum Ziel einer Vereinheitlichung des KYC-Prozesses, wie es in der AML-Verordnung und in den Begr\u00fcndungen der EBA vorgesehen ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>d) Sanktionen und Verwaltungsma\u00dfnahmen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen die AML-Vorgaben (Art. 53 der 6. EU-Geldw\u00e4scherichtlinie)<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der j\u00fcngste von der EBA ver\u00f6ffentlichte RTS-Entwurf bezieht sich auf die in Artikel 53 der 6. Geldw\u00e4scherichtlinie vorgesehenen Sanktionen, darunter m\u00f6gliche Geldstrafen, beh\u00f6rdliche Ma\u00dfnahmen der zust\u00e4ndigen Aufsichten sowie wiederkehrende Strafzahlungen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen die Vorgaben der AML-Verordnung oder der Geldtransferverordnung. Gem\u00e4\u00df Artikel 53 Absatz 10 der 6. Geldw\u00e4scherichtlinie ist die AMLA verpflichtet, technische Regulierungsstandards (RTS) zu entwickeln, die Indikatoren zur Einstufung des Schweregrads von Verst\u00f6\u00dfen, Kriterien f\u00fcr die Bemessung von Geldbu\u00dfen oder die Verh\u00e4ngung verwaltungsrechtlicher Ma\u00dfnahmen sowie eine Methodik zur Festsetzung von Zwangsgeldern einschlie\u00dflich ihrer Frequenz definieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrem Entwurf hebt die EBA ausdr\u00fccklich hervor, dass die derzeitige Handhabung von Sanktionen aus ihrer Sicht erhebliche Defizite aufweist. Demnach verf\u00fcgen mehr als die H\u00e4lfte der zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rden \u00fcber keine internen Leitlinien zur Verh\u00e4ngung von Bu\u00dfgeldern. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, schl\u00e4gt die EBA einen detaillierten Kriterienkatalog zur Bewertung insbesondere der Schwere eines Versto\u00dfes vor. Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt der Entwurf Regelungen zur Ber\u00fccksichtigung des Verhaltens der sanktionierten betroffenen Person, beispielsweise hinsichtlich ihres Vorgehens nach Aufdeckung der Versto\u00dfes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. N\u00e4chste Schritte und Implikationen f\u00fcr Verpflichtete<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EBA nimmt bis zum 6. Juni 2025 Stellungnahmen zu den Entw\u00fcrfen entgegen. Unternehmen und Verb\u00e4nde sollten diese Gelegenheit nutzen, um Einfluss auf die finalen Regelungen zu nehmen. Nach Abschluss der Konsultationsphase wird die EBA die \u00fcberarbeiteten Entw\u00fcrfe der Europ\u00e4ischen Kommission vorlegen, die diese als delegierte Verordnungen verabschieden wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Zu den Autoren:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Till Christopher Otto<\/em><\/strong><em> ist Rechtsanwalt bei Annerton am Standort Frankfurt am Main. Er ber\u00e4t allgemein zu regulatorischen Themen insbesondere in den Bereichen KWG, WpHG, ZAG und GwG.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Sebastian Glaab<\/em><\/strong><em> ist Rechtsanwalt und Partner bei Annerton in Frankfurt am Main. Insbesondere in den Themenfeldern Geldw\u00e4schepr\u00e4vention (Herausgeber des GwG-Kommentars \u201eZentes\/Glaab\u201c), Wertpapier-Compliance, MaRisk-Compliance und Sanktionen verf\u00fcgt er \u00fcber umfangreiches Wissen und ist aufgrund seiner 12-j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit als Compliance-Officer und Geldw\u00e4schebeauftragter in einem international t\u00e4tigen Kreditinstitut bestens mit der Praxis vertraut.<br><br>Sebastian Glaab ist regelm\u00e4\u00dfig Referent bei Fachvortr\u00e4gen und Veranstaltungen im Finanzumfeld.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. M\u00e4rz 2025 ver\u00f6ffentlichte die European Banking Authority (EBA) neue Konsultationsentw\u00fcrfe zu den technischen Regulierungsstandards (RTS) im Rahmen der AML-Verordnung und der 6. EU-Geldw\u00e4scherichtlinie. Der folgende Beitrag beleuchtet die zentralen Inhalte der RTS, analysiert deren Bedeutung f\u00fcr Verpflichtete und gibt einen Ausblick auf die n\u00e4chsten Schritte.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":4040,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,179,81,82,8,62,14,20,15,17],"tags":[],"class_list":["post-4495","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-amla","category-aufsicht","category-bussgeld","category-finanzsektor","category-international","category-interne-sicherungsmassnahmen","category-nicht-finanzsektor","category-risikoanalyse","category-sorgfaltspflichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4495"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4495\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4040"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}