{"id":870,"date":"2021-07-15T15:16:28","date_gmt":"2021-07-15T13:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/?p=870"},"modified":"2021-07-15T15:16:28","modified_gmt":"2021-07-15T13:16:28","slug":"ist-bares-nicht-mehr-wahres-die-neuen-bafin-aua-bt-kreditinstitute-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/ist-bares-nicht-mehr-wahres-die-neuen-bafin-aua-bt-kreditinstitute-teil-2\/","title":{"rendered":"Ist Bares nicht mehr Wahres? (Teil 2)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\">(<em><strong>M\u00f6chten Sie beim Thema Geldw\u00e4sche auf dem Laufenden bleiben? 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Die Auffassung der Beh\u00f6rden wird in sog. Auslegungs- und Anwendungshinweisen (kurz &#8222;AuA&#8220;) zusammengefasst. Auch wenn sie nur &#8222;Hinweise&#8220; genannt werden, so gelten diese Ausf\u00fchrungen f\u00fcr die Praxis als de facto verbindlich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Auslegungs- und Anwendungshinweise nicht ohne Grund mit &#8222;AuA&#8220; abgek\u00fcrzt werden, muss zurzeit die Finanzwirtschaft wieder schmerzlich erfahren. Die aktuelle Quelle dieses &#8222;Leids&#8220; sind die <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/bafin-veroeffentlicht-besondere-hinweise-fuer-die-kreditwirtschaft-bafin-aua-bt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eAuslegungs-\u200b und Anwendungshinweise Besonderer Teil: Kreditinstitute\u201c der BaFin (AuA BT f\u00fcr Kreditinstitute)<\/a>, die am 08. Juni 2021 ver\u00f6ffentlicht wurden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere die neuen Anforderungen an die Ermittlung der  Verm\u00f6gensherkunft bei Bartransaktionen (siehe Nr. 1 der BaFin AuA BT f\u00fcr Kreditinstitute) erweisen sich in der Umsetzung als &#8222;harte Nuss&#8220; (Frist zur Umsetzung: 08. August 2021!). Danach gelten <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/bargeldobergrenze-durch-die-hintertuer-bafin-entwurf-sieht-hohe-huerden-fuer-bartransaktionen-vor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bargesch\u00e4fte ab einer bestimmten H\u00f6he als besonders risikoreich<\/a>. In diesen F\u00e4llen m\u00fcssen Informationen \u00fcber die Verm\u00f6gensherkunft sowie zum gegebenenfalls vorliegenden wirtschaftlich Berechtigten vor Ausf\u00fchrung der Transaktion eingeholt werden. Bei Bartransaktionen von Gelegenheitskunden ist dies bei einem Gegenwert von <strong>mehr als 2.500 Euro<\/strong> der Fall, bei Bestandskunden bei <strong>mehr als 10.000 Euro<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Die Herkunft der Verm\u00f6genswerte ist durch die Vorlage eines &#8222;<a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/ist-bares-nicht-mehr-wahres-die-neuen-bafin-aua-bt-kreditinstitute-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aussagekr\u00e4ftigen Belegs<\/a>&#8220; (sog. Herkunftsnachweis) zu plausibilisieren. Diese Abkl\u00e4rung muss <strong>vor<\/strong> Ausf\u00fchrung der Transaktion erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Problem: \u00dcberpr\u00fcfung am Geldautomaten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anforderungen der BaFin, insbesondere die Vorlage eines Herkunftsnachweises, f\u00fchren zu gro\u00dfen Problemen in der Praxis. Grund hierf\u00fcr ist, dass es die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/banken-corona-filialschliessungen-krise-1.5114548\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">klassische Filialkasse aufgrund von Einsparma\u00dfnahmen im Bankenbereich kaum noch gibt<\/a>. Statt an einem mitarbeiterbesetzten Schalter, kann Bargeld bei vielen Banken und Sparkassen <strong>nur noch am Selbstbedienungsautomaten<\/strong> eingezahlt werden. Diese Automaten sind immer seltener in einer klassischen Filiale zu finden. Auch kann Bargeld dort in der Regel rund um die Uhr und nicht nur zu den Gesch\u00e4ftszeiten eingezahlt werden.<br><br>Es stellt sich also die Frage, wie die geforderten Herkunftsnachweise in diesen F\u00e4llen entgegengenommen werden sollen. Auch die Pr\u00fcfung der Plausibilit\u00e4t der Bareinzahlung ist hier nur im Nachgang denkbar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">&#8222;Laufkundschaft&#8220; hat es zuk\u00fcnftig schwerer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei <strong>Gelegenheitskunden (=au\u00dferhalb einer Gesch\u00e4ftsbeziehung)<\/strong> besteht, nach Auffassung der BaFin, hier kaum Spielraum. Wenn kein entsprechender Herkunftsnachweis eingeholt werden kann, muss die Annahme des Bargelds abgelehnt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sofern Kreditinstitute Bareinzahlungen von Gelegenheitskunden am Automaten zulassen, sollte daher eine Begrenzung auf 2.500 Euro vorgenommen werden. Technisch sollte sichergestellt werden, dass \u00dcberschreitungen unverz\u00fcglich angezeigt und bearbeitet werden. Dies gilt dann, wenn die Festlegung einer Betragsgrenze nicht m\u00f6glich ist. Damit wird sichergestellt, dass ein \u00fcber 2.500 Euro liegender Gesamtbetrag nicht k\u00fcnstlich aufgesplittert wird (sog. <a href=\"https:\/\/wirtschaftslexikon.gabler.de\/definition\/smurfing-53398\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Smurfing<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Ausnahmen bei Bestandskunden<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders bei <strong>Bestandskunden (=innerhalb einer Gesch\u00e4ftsbeziehung)<\/strong>: Hier l\u00e4sst die BaFin Erleichterungen zu. So kann der Herkunftsnachweis auch innerhalb einer angemessenen Frist nachtr\u00e4glich pers\u00f6nlich vor Ort erbracht oder auf sonstige Weise \u00fcbermittelt werden. Welcher Zeitraum noch als angemessen bewertet werden kann, l\u00e4sst die Aufsicht offen. In der Regel sollten Kunden nicht Monate brauchen, um den entsprechenden Nachweis vorzulegen. Dies gilt zumindest dann, wenn ein solcher Nachweis existiert. Auch in Anbetracht des h\u00f6heren Risikos von Bartransaktionen \u00fcber 10.000 Euro sollte die Frist nicht zu gro\u00dfz\u00fcgig bemessen werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es empfiehlt sich, auch bei Bestandskunden mit einer Betragsgrenze (10.000 Euro) zu arbeiten. So\u00adfern die H\u00f6he der Einzahlung nicht auf 10.000 Euro begrenzt werden soll oder kann, muss technisch sichergestellt werden, dass \u00dcberschreitungen unverz\u00fcglich angezeigt und bearbeitet werden. Damit soll verhindert werden, dass ein \u00fcber 10.000 Euro liegender Gesamtbetrag nicht k\u00fcnstlich aufgesplittert wird (sog. <a href=\"https:\/\/wirtschaftslexikon.gabler.de\/definition\/smurfing-53398\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Smurfing<\/a>). Bei \u00dcberschreitungen ist der Kunde aufzufor\u00addern, einen geeigneten Herkunftsnachweis innerhalb einer angemessenen Frist beizubringen. Kommt der Kunde der Aufforderung nicht nach oder ist der Herkunftsnachweis oder die Erkl\u00e4rung hierzu unplausibel, sollte die Abgabe einer Verdachtsmeldung erwogen werden. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Erleichterungen bei &#8222;regelm\u00e4\u00dfigen Einzahlern&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei bestimmten Kundengruppen, bei denen regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6here Bartransaktionen zum Gesch\u00e4fts\u00admodell geh\u00f6ren (z. B. Einzelhandel, der abends seine Tageskasse an Bargeldautomaten einzahlt) l\u00e4sst die BaFin weitere Ausnahmen zu. Hier kann von der Plausibilisierung der Verm\u00f6gensherkunft und somit von einem Herkunftsnachweis abgesehen werden. Dies setzt laut BaFin jedoch voraus, dass die Bartransaktionen risikoorientiert regelm\u00e4\u00ad\u00dfig auf Plausibilit\u00e4t gepr\u00fcft werden. Diese Pr\u00fcfung kann auch im Rahmen der Monitoringsys\u00adtem durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Festlegung von Prozessen und Zust\u00e4ndigkeiten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist in jedem Fall, dass Banken und Sparkassen hier eine Festlegung treffen und einen entsprechenden Gesch\u00e4ftsprozess schaffen. Dabei sind die Kreditinstitute auch grunds\u00e4tzlich frei in der Ausgestaltung des Verfahrens. Dies betrifft u.a. die Frage, welche Or\u00adganisationseinheit f\u00fcr die Einholung des Herkunftsnachweises und der Pr\u00fcfung der Plausibilit\u00e4t zust\u00e4ndig sein soll. Das muss nicht zwingend der oder die Geldw\u00e4schebeauftragte sein. Der oder die Beauftragten sollte dann eingebunden werden, wenn die Herkunft nicht plausibilisiert werden konnte (z.B. wegen fehlendem oder ungen\u00fcgendem Nachweis) oder sich andere Auff\u00e4lligkeiten ergeben. Hier sollte dann ggf. auch eine Verdachts\u00admeldung abgegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">(<em><strong>M\u00f6chten Sie beim Thema Geldw\u00e4sche auf dem Laufenden bleiben? Dann k\u00f6nnen Sie sich <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> f\u00fcr unseren Newsletter anmelden &#8211; kostenlos und unverbindlich.<\/strong><\/em>)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 2: Umgang mit Einzahlungen am Automaten<br \/>\nDie neuen BaFin-Anforderungen zum Herkunftsnachweis bei Bartransaktionen werfen viele Fragen auf. In einer mehrteiligen Reihe werden die bestehenden Probleme bei der Umsetzung behandelt. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":962,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8,28,14,17,19,37],"tags":[59,34,57,11,12,13,45],"class_list":["post-870","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-finanzsektor","category-geldwaeschebeauftragte","category-interne-sicherungsmassnahmen","category-sorgfaltspflichten","category-verdachtsmeldung","category-wirtschaftlich-berechtigter","tag-bargeld","tag-bargeldobergrenze","tag-bartransaktionen","tag-geldwaesche","tag-geldwaeschebeauftragter","tag-geldwaeschebekaempfung","tag-geldwaeschegesetz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=870"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/870\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/media\/962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}