{"id":875,"date":"2021-07-15T16:57:01","date_gmt":"2021-07-15T14:57:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/?p=875"},"modified":"2021-07-15T16:57:01","modified_gmt":"2021-07-15T14:57:01","slug":"ist-bares-nicht-mehr-wahres-die-neuen-bafin-aua-bt-kreditinstitute-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/ist-bares-nicht-mehr-wahres-die-neuen-bafin-aua-bt-kreditinstitute-teil-3\/","title":{"rendered":"Ist Bares nicht mehr Wahres? (Teil 3)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:14px\">(<em><strong>M\u00f6chten Sie beim Thema Geldw\u00e4sche auf dem Laufenden bleiben? 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Die Auffassung der Beh\u00f6rden wird in sog. Auslegungs- und Anwendungshinweisen (kurz &#8222;AuA&#8220;) zusammengefasst. Auch wenn sie nur &#8222;Hinweise&#8220; genannt werden, so gelten diese Ausf\u00fchrungen f\u00fcr die Praxis als de facto verbindlich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Auslegungs- und Anwendungshinweise nicht ohne Grund mit &#8222;AuA&#8220; abgek\u00fcrzt werden, muss zurzeit die Finanzwirtschaft wieder schmerzlich erfahren. Die aktuelle Quelle dieses &#8222;Leids&#8220; sind die <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/bafin-veroeffentlicht-besondere-hinweise-fuer-die-kreditwirtschaft-bafin-aua-bt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eAuslegungs-\u200b und Anwendungshinweise Besonderer Teil: Kreditinstitute\u201c der BaFin (AuA BT f\u00fcr Kreditinstitute)<\/a>, die am 08. Juni 2021 ver\u00f6ffentlicht wurden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere die neuen Anforderungen an die Ermittlung der Verm\u00f6gensherkunft bei Bartransaktionen (siehe Nr. 1 der BaFin AuA BT f\u00fcr Kreditinstitute) erweisen sich in der Umsetzung als &#8222;harte Nuss&#8220; (Frist zur Umsetzung: 08. August 2021!). Danach gelten <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/bargeldobergrenze-durch-die-hintertuer-bafin-entwurf-sieht-hohe-huerden-fuer-bartransaktionen-vor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bargesch\u00e4fte ab einer bestimmten H\u00f6he als besonders risikoreich<\/a>. In diesen F\u00e4llen m\u00fcssen Informationen \u00fcber die Verm\u00f6gensherkunft sowie zum gegebenenfalls vorliegenden wirtschaftlich Berechtigten vor Ausf\u00fchrung der Transaktion eingeholt werden. Bei Bartransaktionen von Gelegenheitskunden ist dies bei einem Gegenwert von <strong>mehr als 2.500 Euro<\/strong> der Fall, bei Bestandskunden bei <strong>mehr als 10.000 Euro<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Herkunft der Verm\u00f6genswerte ist durch die Vorlage eines \u201c<a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/ist-bares-nicht-mehr-wahres-die-neuen-bafin-aua-bt-kreditinstitute-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aussagekr\u00e4ftigen Belegs<\/a>\u201d (sog. Herkunftsnachweis) zu plausibilisieren. Diese Abkl\u00e4rung muss <strong>vor<\/strong> Ausf\u00fchrung der Transaktion erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Ablehnung bzw. K\u00fcndigung bei fehlendem Nachweis?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Banken und Sparkassen stellt sich die Frage, wie in F\u00e4llen fehlender oder versp\u00e4teter Herkunftsnachweise zu verfahren ist. Handelt es sich um Bartransaktionen von <strong>Gelegenheitskunden (=au\u00dferhalb einer Gesch\u00e4ftsbeziehung)<\/strong>, so muss hier nach Meinung der BaFin <strong>die Annahme des Bargelds abgelehnt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fehlt der Nachweis bei Bareinzahlungen von <strong>Bestandskunden (=innerhalb einer Gesch\u00e4ftsbeziehung)<\/strong>, so ist dies nicht so eindeutig zu beurteilen. Zumindest \u00e4u\u00dfert sich die BaFin hierzu nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Beendigungszwang bei Nichterf\u00fcllung <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen einen K\u00fcndigungszwang spricht die (vertragliche) Verpflichtung von Kreditinstituten zumindest bei Zahlungskonten und kreditorisch gef\u00fchrten Konten auch Bargeldzahlungen anzunehmen. Problem ist, dass die BaFin die Ma\u00dfnahmen zur Herkunftskl\u00e4rung bei Bartransaktionen als <strong>verst\u00e4rkte Sorgfaltspflichten<\/strong> gem. <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gwg_2017\/__15.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 15 Abs. 4 Nr. 2 GwG<\/a> einstuft. Ist das Kreditinstitut nicht in der Lage, die verst\u00e4rkten Sorgfaltspflichten zu erf\u00fcllen, greift die sog. &#8222;Beendigungsverpflichtung&#8220; des <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gwg_2017\/__15.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 15 Abs. 9 GwG<\/a> i. V. m. <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gwg_2017\/__10.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 10 Abs. 9 GwG<\/a>. Die Gesch\u00e4ftsbeziehung ist danach zwingend zu beenden, sprich der <strong>Kontovertrag ist zu k\u00fcndigen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kreditinstitut m\u00fcsste also sp\u00e4testens dann aktiv werden, wenn der Kunden nach Ablauf einer <strong>angemessenen Frist <\/strong>den Herkunftsnachweis nicht nachreicht. Das Gleiche gilt, wenn die Herkunft nicht schl\u00fcssig dargelegt werden kann (fehlende Plausibilit\u00e4t). Gleichzeitig ist zu entscheiden, ob aufgrund des Sachverhalts zus\u00e4tzlich eine Verdachtsmeldung abgeben werden muss. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der drohenden Pflicht zur K\u00fcndigung ist es ganz besonders wichtig, die eigenen Kunden auf die schwerwiegenden Konsequenzen hinzuweisen. Der Herkunftsnachweis sollte daher immer sofort vorgelegt bzw. zeitnah nachgereicht werden. In einer mitarbeiterbesetzten Filiale kann dies den Kunden noch gut direkt vermittelt werden. Bei Bareinzahlungen am Selbstbedienungsautomaten (siehe <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/ist-bares-nicht-mehr-wahres-die-neuen-bafin-aua-bt-kreditinstitute-teil-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Teil 2: Umgang mit Einzahlungen am Automaten<\/strong><\/a>) ist das schon deutlich schwieriger umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die BaFin hier nur f\u00fcr Gelegenheitskunden die Ablehnung der Transaktion festschreibt (&#8222;<em>Wenn kein entsprechender Nachweis gem\u00e4\u00df Ziffer 1.3 eingeholt werden kann, ist die <br>Annahme des Bargelds abzulehnen<\/em>&#8222;). Nur in diesem Fall wiederholt sie die im Gesetz festgelegte Folge. F\u00fcr Bestandskunden findet sich keine darauf bezogene Aussage. <strong>Ist die BaFin daher vielleicht der Auffassung, dass in diesen F\u00e4llen eine Kontok\u00fcndigung nicht zwingend ist?<\/strong> Handelt es sich hier um ein bewusstes Offenhalten der Rechtsfolgen? Sich auf eine solche Vermutung zu verlassen, w\u00e4re jedoch riskant. Schlie\u00dflich handelt es sich bei den AuA auch nur um &#8222;Hinweise&#8220;. Das letzte Wort hat stets das Gesetz, in diesem Fall die &#8222;Beendigungsverpflichtung&#8220; des <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gwg_2017\/__15.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 15 Abs. 9 GwG<\/a> i. V. m. <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gwg_2017\/__10.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 10 Abs. 9 GwG<\/a>.  <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(<em><strong>M\u00f6chten Sie beim Thema Geldw\u00e4sche auf dem Laufenden bleiben? Dann k\u00f6nnen Sie sich <a href=\"https:\/\/www.hilfssheriff.de\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> f\u00fcr unseren Newsletter anmelden &#8211; kostenlos und unverbindlich.<\/strong><\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 3: Kein Herkunftsnachweis = K\u00fcndigung?<br \/>\nDie neuen BaFin-Anforderungen zum Herkunftsnachweis bei Bartransaktionen werfen viele Fragen auf. In einer mehrteiligen Reihe werden die bestehenden Probleme bei der Umsetzung behandelt. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":314,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8,28,14,17,19,37],"tags":[54,59,34,57,11,12,13,45],"class_list":["post-875","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-finanzsektor","category-geldwaeschebeauftragte","category-interne-sicherungsmassnahmen","category-sorgfaltspflichten","category-verdachtsmeldung","category-wirtschaftlich-berechtigter","tag-bafin","tag-bargeld","tag-bargeldobergrenze","tag-bartransaktionen","tag-geldwaesche","tag-geldwaeschebeauftragter","tag-geldwaeschebekaempfung","tag-geldwaeschegesetz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=875"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/875\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/media\/314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/stage.digital40.de\/2025\/rDflG\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}